Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Effizienz-Kennzahl einer Wärmepumpe – je höher, desto günstiger der Betrieb. Mit Fußbodenheizung werden besonders hohe JAZ-Werte erreicht.
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Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden (kWh) Heizwärme eine Wärmepumpe aus einer kWh Strom erzeugt – über ein ganzes Jahr gemittelt. Eine JAZ von 4,0 bedeutet: Aus 1 kWh Strom entstehen 4 kWh Heizwärme. Die restlichen 3 kWh kommen kostenlos aus der Umwelt (Luft, Erde oder Grundwasser). Je höher die JAZ, desto effizienter und günstiger arbeitet die Heizung im Betrieb. Verschiedene Systeme der Fußbodenheizung beeinflussen die erreichbare JAZ maßgeblich.
Die Leistungszahl (COP – Coefficient of Performance) misst die Effizienz einer Wärmepumpe unter Laborbedingungen bei einer bestimmten Vorlauftemperatur und Außentemperatur – zum Beispiel COP 5,0 bei A7/W35 (7 °C Außentemperatur, 35 °C Vorlauf). Die JAZ hingegen bildet den realen Jahresdurchschnitt ab, inklusive aller Temperaturschwankungen, Abtauvorgänge und Betriebsstunden. Die JAZ liegt daher immer unter dem COP-Wert. Für die tatsächlichen Stromkosten ist ausschließlich die JAZ relevant – der COP ist nur ein theoretischer Spitzenwert.
Eine Fußbodenheizung arbeitet mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen (28–35 °C), ideal für Wärmepumpen. Dadurch werden besonders hohe JAZ-Werte erreicht. Unser FBH-Glossar erklärt alle Fachbegriffe rund um die Nachrüstung:
Zum Vergleich: Mit Heizkörpern (50–60 °C Vorlauf) sinkt die JAZ um etwa 0,5–1,0 Punkte. Wer also eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung kombiniert, spart bares Geld – allein durch die höhere Effizienz.
Die JAZ wird über ein Jahr gemessen und berechnet sich als:
JAZ = Jährlich erzeugte Wärmemenge (kWh) ÷ Jährlich verbrauchter Strom (kWh)
Ein Beispiel: Eine Wärmepumpe erzeugt 12.000 kWh Heizwärme pro Jahr und verbraucht dafür 3.000 kWh Strom. Die JAZ beträgt 12.000 ÷ 3.000 = 4,0. Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh entstehen Jahreskosten von 900 € für den Wärmepumpenstrom. Ohne die Effizienz der JAZ 4,0 müsste man für die gleiche Wärmemenge mit einer Gasheizung (Wirkungsgrad 90 %, Gaspreis 12 Cent/kWh) etwa 1.600 € bezahlen.
Die JAZ bestimmt maßgeblich die laufenden Kosten einer Wärmepumpe. Eine um 0,5 höhere JAZ spart bei einem Einfamilienhaus (12.000 kWh Heizbedarf) etwa 150–200 € Stromkosten pro Jahr. Über 20 Jahre Betrieb sind das 3.000–4.000 €. Die Betriebskosten einer Fußbodenheizung hängen maßgeblich von der JAZ ab. Gleichzeitig ist die JAZ Voraussetzung für Förderungen: Die BAFA und KfW fördern Wärmepumpen nur, wenn eine bestimmte Mindest-JAZ eingehalten wird – bei Luft-Wasser-Pumpen JAZ ≥ 3,0, bei Sole-Wasser-Pumpen JAZ ≥ 3,5. Wer seine Wärmepumpe mit einer Fußbodenheizung kombiniert, erfüllt diese Vorgaben problemlos und sichert sich die volle BAFA-Förderung. Die genauen Kosten der FBH-Nachrüstung sind je nach System und Gebäude unterschiedlich.
Wie sich die JAZ auf Ihre Heizkosten auswirkt – erklärt mit konkreten Beispielen und Vergleichswerten.
Zur Effizienz-SeiteBei einer gut geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung ist eine JAZ von 3,5 bis 4,0 im Neubau realistisch. Im Altbau (nach energetischer Sanierung) sind 3,0 bis 3,5 typisch. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur – je größer die FBH-Fläche und je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ. Der hydraulische Abgleich ist hier entscheidend.
Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fordert für Wärmepumpen im Bestand eine JAZ von mindestens 3,0 (Luft-Wasser) bzw. 3,5 (Sole-Wasser). Diese Werte müssen durch eine Heizlastberechnung und JAZ-Prognose nach DIN V 18599 oder DIN EN 14825 nachgewiesen werden. Eine Kombination mit FBH macht den Nachweis deutlich einfacher.
Ja, wenn die Fußbodenheizung großzügig dimensioniert ist. Bei Außentemperaturen von −10 °C sinkt die Effizienz zwar – die JAZ ist ein Jahresmittelwert, der kalte Wintertage einschließt. Eine FBH mit 30 °C Vorlauf arbeitet aber auch im Winter effizienter als ein Heizkörpersystem mit 50 °C Vorlauf. Der hydraulische Abgleich ist hier der Schlüssel.
Ja, mit einem separaten Stromzähler für die Wärmepumpe und einem Wärmemengenzähler. Die JAZ ergibt sich aus der gemessenen Wärmemenge geteilt durch den Stromverbrauch über mindestens ein Jahr. Kurzzeitmessungen (Tage oder Wochen) sind nicht aussagekräftig, da sie keine kalten Tage abbilden. Viele moderne Wärmepumpen zeigen die JAZ im Display an – diese Werte sind oft optimistisch, aber als Orientierung brauchbar.
Ja, denn selbst bei einer JAZ von 3,0 ist die Wärmepumpe günstiger im Betrieb als eine Öl- oder Gasheizung. Die Kombination aus Wärmepumpe und FBH ist die effizienteste Heizlösung am Markt – und durch die hohen Förderungen (bis zu 70 % der Investitionskosten) oft die wirtschaftlichste Wahl. Die JAZ ist ein Optimierungsziel, kein Ausschlusskriterium.
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