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Anhydritestrich – Definition und Bedeutung bei der FBH-Nachrüstung

Anhydritestrich (Calciumsulfatestrich) einfach erklärt: Eigenschaften, Vor- und Nachteile für Fußbodenheizungen, Trocknungszeit und Kosten – Jetzt informieren!

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Was ist Anhydritestrich?

Anhydritestrich, auch Calciumsulfatestrich oder Fließestrich genannt, ist ein Estrich auf Basis von Calciumsulfat (Anhydrit). Im Gegensatz zu Zementestrich wird er selbstverlaufend eingebracht – das bedeutet, er verteilt sich nahezu von allein und benötigt kein aufwändiges Abziehen und Glätten. Dadurch entsteht eine besonders ebene und rissarme Oberfläche, die ideal für empfindliche Bodenbeläge und Fußbodenheizungen ist.

Anhydritestrich vs. Zementestrich – die wichtigsten Unterschiede

Für die Entscheidung zwischen Anhydrit- und Zementestrich bei einer FBH-Nachrüstung sind folgende Unterschiede entscheidend:

  • Wärmeleitfähigkeit: Anhydritestrich hat eine bessere Wärmeleitfähigkeit als Zementestrich (2,0 vs. 1,4 W/mK). Die Wärme der Heizrohre gelangt also schneller und gleichmäßiger in den Raum.
  • Trocknungszeit: Pro Millimeter Schichtdicke rechnet man mit einem Tag Trocknungszeit (bei Zement: ein Tag pro Zentimeter). Ein 5 cm starker Anhydritestrich ist nach etwa 5 Wochen belegreif – Zementestrich bräuchte 5 Monate.
  • Druckfestigkeit: Anhydritestrich erreicht ca. 25–35 N/mm² (Festigkeitsklasse F4 bis F6). Das reicht für Wohnräume, aber nicht für Industrie- oder Gewerbeflächen.
  • Feuchteempfindlichkeit: Anhydritestrich ist wasserlöslich und quillt bei dauerhafter Feuchtigkeit auf. In Bädern und Küchen ist daher eine zusätzliche Abdichtung nötig. Zementestrich ist hier unempfindlicher.
  • Maximale Vorlauftemperatur: Anhydritestrich verträgt maximal 45 °C Vorlauftemperatur (Zementestrich: 55 °C). Bei einer modernen Wärmepumpe mit Vorlauftemperaturen unter 40 °C ist das aber ohnehin kein Problem.

Vorteile von Anhydritestrich bei Fußbodenheizungen

  • Bessere Wärmeübertragung: Die höhere Wärmeleitfähigkeit sorgt für niedrigere Vorlauftemperaturen – perfekt für den Betrieb mit einer Wärmepumpe.
  • Selbstnivellierend: Die selbstverlaufende Eigenschaft verhindert Hohlstellen um die Heizrohre und sorgt für eine vollflächige Wärmeabgabe.
  • Schnellere Bauzeit: Die kürzere Trocknungszeit beschleunigt den gesamten Sanierungsprozess.
  • Rissarmut: Anhydritestrich schwindet weniger als Zementestrich, was die Rissbildung minimiert.

Nachteile und Einschränkungen

  • Feuchteempfindlichkeit: Nicht ohne Abdichtung in Feuchträumen einsetzbar. Bei Wasserschäden muss der Estrich oft komplett erneuert werden.
  • Geringere Druckfestigkeit: Nicht geeignet für stark belastete Gewerbeflächen.
  • Höhere Anforderung an die Untergrundvorbereitung: Der Untergrund muss saugfähig und frei von Trennmitteln sein, sonst haftet Anhydritestrich nicht.
  • Nicht für Außenbereiche geeignet: Frost und Feuchtigkeit zerstören den Anhydritestrich.

Kosten: Was kostet Anhydritestrich pro m²?

Anhydritestrich ist in der Regel etwas günstiger als Zementestrich, da er einfacher zu verarbeiten ist. Die ungefähren Kosten pro Quadratmeter:

  • Material inkl. Einbau: 15–25 €/m² (bei 5 cm Schichtdicke)
  • Zusätzliche Abdichtung im Bad: 5–10 €/m²
  • Randdämmstreifen und Trennlage: ca. 3–5 €/m²

Die Gesamtkosten liegen damit für ein Einfamilienhaus (120 m²) bei etwa 2.500–3.500 € inkl. Einbau.

Fazit: Ist Anhydritestrich die richtige Wahl?

Anhydritestrich ist die erste Wahl für Fußbodenheizungen im Wohnungsbau – insbesondere in Kombination mit einer Wärmepumpe. Die bessere Wärmeleitfähigkeit, die schnellere Trockenzeit und der niedrigere Preis machen ihn zur kostengünstigeren und technisch oft besseren Alternative zu Zementestrich. In Bädern und Feuchträumen ist jedoch eine zusätzliche Abdichtung erforderlich.

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Häufige Fragen zu Anhydritestrich


Pro Millimeter Schichtdicke ist mit einem Tag Trocknungszeit zu rechnen. Ein 5 cm starker Anhydritestrich ist nach ca. 5 Wochen belegreif und nach etwa 6–8 Wochen vollständig durchgetrocknet.


Ja, aber nur mit einer zusätzlichen Abdichtung. Da Anhydritestrich wasserlöslich ist, muss er im Bad mit einer geeigneten Verbundabdichtung (z. B. zweikomponentige Kunststoffdichtbahn) geschützt werden. Ohne Abdichtung quillt der Estrich bei dauerhafter Feuchtigkeit auf.


Die maximale Vorlauftemperatur liegt bei 45 °C. Das ist für moderne Wärmepumpen mit Vorlauftemperaturen zwischen 30 und 40 °C völlig ausreichend. Bei einer Gasheizung sollte die Vorlauftemperatur entsprechend begrenzt werden.


Nein, Anhydritestrich ist in der Regel günstiger. Die Material- und Einbaukosten liegen bei 15–25 €/m² (Zementestrich: 20–30 €/m²). Die schnellere Trocknungszeit spart zudem Bauzeit und damit Folgekosten.



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